Drehgestell
Home Zurück

 

Trieb- und Laufdrehgestell der Bauart München-Kassel von Wegmann

Die ETA 515 besaßen ein zweiachsiges Triebdrehgestell, welches sich unter dem Gepäckraum an der Fahrzeugseite 1 befand und ein Laufdrehgestell ohne jeglichen Antrieb auf der Fahrzeugseite 2. Die reinen Laufdrehgestelle fanden auch beim ESA 815 Verwendung. Die beiden Drehgestelle waren nahezu identisch, nur dass das Triebdrehgestell eben noch die Antriebsleistung aufnahm.

drehgst1.JPG (98418 Byte)Die Drehgestelle wurden vom Eisenbahnzentralamt (EZA) München und der Firma Wegmann in Kassel entwickelt. Nach diesen beiden Städten erhielt die Bauart der Drehgestelle die Bezeichnung München-Kassel.

Das Drehgestell bestand aus einem H-förmigen, vollständig geschweißten Hohlträgerrahmen (welches ein geringes Gewicht auf die Waage brachte), in dem die Radsätze durch 600mm lange Achslenker spielfrei in Längs- und Querrichtung geführt wurden. Die Achslenker waren mit dem Drehgestellrahmen durch Exzenterbolzen und Silentblockbuchsen verbunden. Die Radsätze wurden durch je zwei Achsfedern gefedert, die waagerecht über dem Rahmen lagen. Die Achslager waren als Pendelrollenlager ausgeführt.

drehgst2.JPG (80143 Byte)In der Mitte des Drehgestells befand sich quer eine Wiege, auf der seitlich auf Gleitplatten der Wagenkasten ruhte. Diese Wiege war auch für die Eigenschaften des angenehmen leichten Schwankens des Fahrzeugs auf schlechten Gleisen und in Weichenstraßen verantwortlich. Mittig der nach unten durchgekröpften Wiege war über eine Gummimetallfederbüchse der Drehzapfen eingelassen, der fest mit dem Wagenkasten verbunden war. Die Wiege ruhte auf zwei in Schaken am Drehgestellrahmen aufgehängten Federtrögen , die aus dem oberen Federtrog, den Wiegenfedern und dem unteren Federtrog bestanden. Zur Dämpfung der Schwingungen waren Öldämpfer der Bauart Fichtel & Sachs eingebaut.

 

Die Triebdrehgestelle unterschieden sich in einigen Details von den reinen Laufdrehgestellen. Hier wurden zur Führung der Radsätze Achsfedern nur für die Längsrichtung benutzt. In der Querrichtung erfüllten die Gleitbacken die Funktion. Die beiden Antriebsmotoren waren einerseits über Schraubenfedern am Drehgestellrahmen befestigt und stützten sich andererseits mit je zwei Tatzen auf eine Lagerstelle der entsprechenden Achse ab. Die Zugkraftübertragung erfolgte vom Rahmen des Triebdrehgestells über gummigelagerte Gleitplatten auf die Wiege und von dort auf den Drehzapfen, der mit einer Gummimetallfederbüchse in die Wiege eingelassen war.

muekass.JPG (302037 Byte)